In Liebe und Erinnerung..

"Man weiss, dass die akute Trauer nach solch einem Verlust vergehen wird, aber man wird ungetröstet bleiben, nie Ersatz finden. Alles, was an seine Stelle rückt, und wenn es ihn auch ganz ausfüllen sollte, bleibt doch etwas anderes. Und eigentlich ist es recht so. Das ist die einzige Art, die Liebe fortzusetzen."
(Sigmund Freud)       

 

Drei Monate ist es nun her, dass Arthos in meinen Armen für immer eingeschlafen ist. Es war ein kühler, sonniger Samstagmorgen, ein wunderschöner Tag Ende April. Wie immer am Wochenende sind wir morgens zum Kernkraftwerk rausgefahren, Arthos' absolutes Lieblingsrevier. Weite Felder, Wildfährten und die schöne bewaldete Auenlandschaft am Altrhein, und wie immer ist er herumgefetzt wie ein junger, völlig bekloppter Hund, die pure Lebensfreude. Und abgesehen davon, dass er mit seinen 11 Jahren und seiner mittlerweile sehr fortgeschrittenen Herzerkrankung etwas schneller aus der Puste war als früher, hat man ihm weder das Alter noch die Krankheit angemerkt. Selbst ich als Helikoptermutter habe diese Feinheiten nur bemerkt, weil ich meinen Hund eben in- und auswendig kannte.

 

Niemals hätte ich an diesem Morgen damit gerechnet, dass es unser letzter Spaziergang werden sollte. Als wir am Auto ankamen, wurde Arthos ungewöhnlich still - er war ein sehr geschwätziger Hund, typisch Dobermann, der beim Saubermachen am Auto immer alles kommentiert hat. Als er nicht wie üblich geplaudert hat, dachte ich, es war jetzt einfach ein bisschen zuviel. Wir fahren jetzt heim, frühstücken schön und sind dann den Rest des Tages gemütlich und faul.

 

Zuhause ging er viel zu langsam die paar Stufen zu unserer Wohnung hoch, und drin angekommen, legte er sich auf den Teppich und schaute mich an. Anstatt neben mir zu stehen, während ich sein Frühstück richte, lag er einfach nur still auf dem Teppich, und in diesem Moment wurde mir klar, dass es jetzt passiert, dass es soweit ist.

 

Dieser Augenblick der Erkenntnis war das schlimmste, was ich je erlebt habe. Ich hab mich zu ihm gesetzt, hab ihn mit seiner Schmusedecke zugedeckt, und ihn einfach nur ganz festgehalten und immer wieder gesagt, dass alles gut wird. Er hat noch zweimal tief geatmet und ist dann eingeschlafen.

 

Sein Tod hat mir den Boden weggezogen und mich als Mensch für immer verändert. Und trotzdem bin ich dankbar, dass er so gehen durfte, wie ich es mir immer für uns gewünscht habe - friedlich, freiwillig, zuhause in meinen Armen, ohne zu leiden. Arthos war über elf Jahre lang mein Fels in der Brandung und bis zu seinem letzten Atemzug ein glücklicher und sehr starker Hund.

 

Ich liebe dich, Mausebär! Du fehlst mir entsetzlich. Aber ich weiss, dass du immer noch bei mir bist.

 

Die wunderschöne Collage zu seinem Gedenken hat Silke von Your Foto Collage für mich gemacht. Vielen lieben Dank für diese wertvolle Erinnerung ♡